Violence Permanente – Permanente Gewalt

Unter dieser Bildergalerie findet sich ein Originaltext von albrecht/d. zu besagtem Zyklus

Arbeit: 1965-77, der folgende Text ist eine Erklärung Albrecht/d.s zu „Violence Permanente“. Er wurde im Katalog zur Ausstellung „Sechzehn Künstler“ im Württembergischen Kunstverein 1978 veröffentlicht.

nichts anderes als permanente gewalt…

diese arbeit hat ihren ursprung in einer graphik aus dem jahre 1969, die unter dem eindruck des My Lai-massakers entstand, in der sexualität einbezogen wurde. für mich als pazifistischen buddhisten ist es unfaßbar, daß die gewalt nicht ab, sondern zunimmt. deshalb habe ich immer wieder versucht, in meiner künstlerischen arbeit das phänomen der gewalt und die hintergründe darzustellen.

besonders überraschte mich, daß in den letzten fünf jahren und besonders seit dem ende des vietnamkriegs die inszenierte gewalt in spielfilmen oder sadistischen pornomagazinen immer weiter eskalierte. erstaunlich ist, daß sich das angebot von pornomagazinen mit sadistischen darstellungen seit 1970 verzehnfacht hat. mit dem Spielfilm Geschichte der O. ist die inszenierte gewalt in verbindung mit der sexualität gesellschaftsfähig geworden. in dieser arbeit habe ich versucht,
verschiedene aspekte der gewalt so darzustellen, daß sie vom betrachter meditativ erfahren wird, nachdem er durch eine flut von bildern mit gewalttätigkeiten im film, fernsehen und der presse abgestumpft ist. – ein weiterer aspekt ist die gegenüberstellung von fiktiver bzw. inszenierter mit wirklicher gewaltanwendung. die grenzen sind fließend, nachdem in amerika sadistische pornofilme gezeigt werden, in denen die darstellerin nach dem geschlechtsakt wirklich umgebracht wird, der mord wird live gefilmt, die trickkiste à la hollywood erübrigt sich.

ein anderer aspekt ist die nicht sichtbare gewalt, die psychische gewalt, die sich in der totalen bürokratie des staates oder in totalitären quasi faschistischen herrschaftssystemen manifestiert. es geht mir bei dieser künstlerischen arbeit nicht darum, das grauen erfahrbar zu machen, sondern der betrachter soll sensibilisiert werden, damit ihm bewußt wird, welchen gefahren er sich aussetzt, wenn er diese permanente gewalt in unserer zeit ignoriert, um ein ruhiges leben zu führen.

Albrecht/d.

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