Weitere musikalische Aktivitäten

Fluxus-Konzerte 

1968 führte Albrecht/d. ein event im Arts Laboratory in London auf. Es war eine Opern-Parodie. Im gleichen Jahr begann er explizit Fluxus-Konzerte zu organisieren und aufzuführen, bis er sich ab 1971 anderen musikalischen Konzepten zuwandte, die in die endless music mündeten. Auftritte fanden unter anderem statt in Köln, London, Göttingen, Stuttgart, Kirchheim/Teck.

Bach-Bearbeitung der “Brandenburgischen Konzerte” 

Die Bearbeitung der “Brandenburgischen Konzerte” von J.S. Bach für Violine, ein indisches Saiteninstrument und ein Tonbandgerät wurde am 27.06.1970 Schwäbisch Gmünd im Großen Stadtgartensaal aufgeführt. Live-Performance von Albrecht/d. und H.H.R. Decker, dazu Diaprojektionen zu My Lai, den Diktaturen in Spanien und Griechenland und die Rassenfrage in den USA.

Konzert mit Joseph Beuys

Am 1. November 1974 kam es im Institute of Contemporary Arts zu einem spontanen Konzert mit Joseph Beuys im Rahmen der Ausstellung “Art Into Society Society Into Art”, organisiert durch Christos Joachimides und Norman Rosenthal.

 

Zusammenarbeit mit Throbbing Gristle

Mitte der 1970er Jahre entstanden mehrere Aufnahmen von Throbbing Gristle mit Albrecht/d. Am 23.07.1976 fand ein gemeinsames Konzert in der Martello Street in London statt. Eine C60 Cassette dieser Kooperation erschien 1976 auf reflection press.  Ein weiterer Live-Mitschnitt vom 30.07.1976 erschien dort unter dem Titel „Music From The Death Factory“ 1976.

Die Cassetten von Throbbing Gristle mit Albrecht/d. waren die ersten Veröffentlichungen von T.G. in Deutschland.

Nach dem Tod Albrecht/d.s, wollte Kommissar Hjuler auf seinem SHMF-Label die Aufnahmen von Throbbing Gristle und Albrecht/d. auf Vinyl wiederveröffentlichen.
Er fragte Anfang 2014 beim Management sowohl von Genesis P-Orridge (Paul Smith) und Cosey Fanni Tutti (Ryan Martin) nach. Beide Manager untersagten die Wiederveröffentlichung.

Das Ergebnis war die LP PsychKG 123 auf der u.a. der Mitschnitt eines Telefonats zwischen Albrecht/d. und Kommissar Hjuler enthalten ist, jedoch keine Musik aus der Kooperation von Albrecht/d. mit Throbbing Gristle. Stattdessen sind Original-Exemplare der beiden bei reflection press 1976 erschienen Tapes auf das Cover aufgeklebt.

Das Bild dazu ist eine Collage, die Albrecht/d. aus einem Foto Komissar Hjulers erstellt hatte.

St. Wendeler Kreuzmusik

Am 31.08.1989 führte Albrecht/d. anlässlich der Eröffnung einer Ausstellung mit einem Querschnitt seiner wichtigsten Zyklen im Zwinger in St. Wendel eine speziell für diesen Anlass konzipierte Performance auf. Die „St. Wendeler Kreuzmusik“ nahm thematisch Bezug auf die lange katholische Tradition der saarländischen Stadt. Die instrumentale Konzeption verband Elemente der endless Music mit Elementen von Instant Life/Instant Love/Instant Death und spiegelte so auch musikalisch den Werkschau-Charakter wieder.

Die unterschiedlich langen Saiten maßen mehrere Meter und wurden quer durch den Raum gespannt. Leere Bierdosen und Plastikflaschen nahmen den Gedanken der Abfallperkussion wieder auf. Die Saiten wurden geschlagen und gezupft.

Gelsenkirchener Barocksinfonie

Am 23.09.1989 kam es zu einer weiteren Aufführung einer speziell auf ein Ereignis hin konzipierten Performance. Anlässlich des Bundes/Bürger-Fests in Bonn zur Feier des 40-jährigen Bestehens der Bundesrepublik Deutschland hatte das Innenministerium fünf Künstler aus dem Bereich Performance/Aktionskunst eingeladen. Die „Gelsenkirchener Barocksinfonie“ nahm thematisch Bezug auf die stark an industrieller Effizienz ausgerichtete Architektur des Wiederaufbaus in der Frühzeit der Bundesrepublik. Die Plattenbauten in Gelsenkirchen galten als herausragendes Beispiel für diese Art des Nachkriegswohnungsbaus.

Gleichzeitig nahm das selbstgebaute Instrumentarium auch Bezug auf die auch die Inneneinrichtung prägende Industriefertigung, Normung und Geometrisierung. Dies drückte sich in einem Wohnzimmerschrank aus, der mit Stahlsaiten und Stacheldraht bespannt zum Saiteninstrument umgestaltet wurde, das Albrecht/d. bespielte. Das Ensemble ergänzten Steffen Bremer am Tenorsaxophon und Franz Dreyer an der japanischen Shakuhachi.

 

 

Wunderbare Welt des Bambus

„Die wunderbare Welt des Bambus“ war mehr ein Thema der musikalischen Arbeit Albrecht/d.s als eine musikalische Phase. Dies hat mit der prinzipiellen Bedeutung zu tun, die Bambus für ihn hatte. Er setzte ihn universell ein, baute unterschiedlichste Instrumente und Klang-Installationen daraus und setzte ihn bei Solo-Auftritten genauso ein wie bei Performances mit anderen Musikern.

Slow Entertainment

Slow Entertainment war ein offenes Konzept für Musikperformance, in das Albrecht/d. unterschiedliche und wechselnde Mitmusiker einbezog. Er selbst spielte auf selbstgebauten Instrumenten. Basierte Abstract Energy auf geplanten Teilen, die in Improvisation übergehen, so stand bei Slow Entertainment / Soft Entertainment der Kollektivgedanke stärker im Vordergrund, bei dem sich die Stücke aus der Situation spontan ergeben. Mitunter kombinierte Albrecht/d. diese Ansätze, wie in Schorndorf 1992 wo nacheinander zunächst ein Auftritt von Slow Entertainment in der Besetzung Albrecht/d., Jochen Zunker und Steffen Bremer und dann ein Konzert von Abstract Energy mit Albrecht/d. Franz Dreyer und Steffen Bremer stattfand.

Ermittelte Aufführungen:

07.04. 1990 Theater im Depot, Stuttgart-Ost

30.06. 1990 Wien „… in der mystischen Erfahrung die Spreu vom Weizen trennen!“

05.05. 1991 Kunstraum Göppingen (Videodokumentation vom ersten Set)

18.01. 1992 Manufaktur Schorndorf

19.09. 1992 Bohnenviertelfest Stuttgart

05.02. 1993 Galerie KUNSTSTÜCK, Hamburg

08.12. 1993 Stadtbücherei Stuttgart, Wilhelmspalais

Soft / Fragile / Fucked Off Entertainment

Soft Entertainment war eine Variation des Slow Entertainment. Es kombinierte Sprache, Text und Musik.

Ermittelte Aufführungen:

22. 04. 1994 Stadt Bibliothek Ludwigsburg, im Rahmen von „Social Beat zur Literatur der Neunziger Jahre, mit Steffen Bremer

29.04. 1994 Theater im Debot am Ostendplatz Stuttgart, Rocknächte anläßlich des „verflixten 7. Jahrs der ‚Stuttgarter Osten Lokalzeitung'“.

24.09.1994 als „Fragile Entertainment“ mit Steffen Bremer (Tenorsaxophon) und Thomas Renkenberger (Conga) im Kulturcafé NOTE, in der Liederhalle Stuttgart

31.12.1994 als „Fucked Off Entertainment“ mit Steffen Bremer im Weissen Raben in Stuttgart.

Weitere Konzerte:

Albrecht/d. und der mußikant

Albrecht/d. und der mußikant: „duett mit albrecht d.“, LIVE @ ABENDMAHL, Stuttgart, 16. Dezember 2007. Im Mai 2016 wird auf SHMF eine LP erscheinen, die ein Stück von Albrecht/d. und dem mußikant enthält.

Trichterphone
Albrecht/d. spielt Trichterphone. Live im „abendmahl“, Stuttgart, 16.12.2007, Performance mit dem mußikanten.

Konzert von albrecht/d. und Jürgen Palmtag bei den Filderbahnfreunden Möhringen, 2009

Requiem für alle Toten zwischen 1933 und 1945

Die wohl letzte öffentliche Performance von Albrecht/d. fand am 09.10.2011 im Kunstverein Gästezimmer e.V. in Stuttgart-Möhringen statt. Die Performance mit Jürgen Palmtag war als „Requiem für alle Toten zwischen 1933 und 1945“ konzipiert.

 

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