Black and White unite …

Am 01. Dezember 1955 weigerte sich die schwarze Bürgerrechtlerin Rosa Parks in Montgomery, ihren Sitzplatz in einem öffentlichen Bus für einen Weißen freizumachen. Sie wurde festgenommen und zu einer Geldstrafe verurteilt.

Das Urteil löste eine große Solidarisierungsbewegung innerhalb der schwarzen Bevölkerung Montgomerys aus. Das Women’s Political Council organisierte für den 5. Dezember, an dem das Gerichtsverfahren gegen Rosa Parks stattfand, einen eintägigen Boykott der öffentlichen Busse. Der Boykott dauerte schließlich etwa 385 Tage.

Zum Leiter des Komitees, das für diesen Boykott gegründet wurde, der Montgomery Improvement Association, wurde der neu zugezogene 26-jährige Martin Luther King ernannt. Es war der Beginn seiner politischen Karriere.

Die Bürgerrechtsbewegung der People of Colour in den USA fand auch in Deutschland einen starken Nachhall und Unterstützung in den sich manifestierenden politischen Bewegungen.

Das Foto wurde am 26.03.1967 beim Ostermarsch in Stuttgart-Rot an der Kreuzung Rotweg/Schozacher Straße aufgenommen. An dieser Straßenkreuzung befanden sich damals diverse Geschäfte von Dienstleistern der US Army: Das Reisebüro Davis Agency, die Miller Cars Corporation, eine Agentin der Fortune Cars Insurance. Die Schozacher Straße war der Hauptverbindungsweg zwischen dem US Army-Logistikzentrum Burgholzhof (Robinson Barracks) und Pattonville (Kornwestheim).

Die Postkarte von Albrecht/D. erschien 1976 in der Edition Camu in Kirchheim/Teck. Die nummerierte Auflage von 30 Exemplaren ist von Camu und Albrecht/d. signiert. Das Motiv war auch als signierter 2-farbiger Siebdruck (blau/rot) in DIN A1 erhältlich.

Olympia

Im September 1971 gründeten Albrecht/d., Günter Sarée und Wolf Vostell, das „Unabhängigere Olympische Komitee“. Die Gründer hatten für den Namen bewusst den Komparativ gewählt. Der Wikipedia-Eintrag zu Sarée schreibt, die drei hätten die Olympiade in München „nicht erst am 26. August 1972, sondern bereits am 22. August und mit einer eigenen Olympiahymne aus Gelächter beginnen“ lassen wollen.

Der Eintrag greift damit allerdings zu kurz und reduziert die Idee des „Komitees“ auf eine Fluxus-hafte Aktion. Dabei hatten die drei Künstler durchaus klare Vorstellungen, wie die Kunst mit der Olympiade umgehen und sich ihr gegenüber positionieren sollte.

Am 18.11.1971 um 11 Uhr fand die Pressekonferenz des „Unabhängigeren Olympischen Komitees“ im Hotel Bayerischer Hof in München statt.

Das Protokoll der Pressekonferenz wurde vom Komitee anschließend veröffentlicht. Es erschien u.a. 1973 in „Militante Literatur“, Gauke Taschenbuch 4 (Christoph Gauke Verlag, Hannoversch Minden). Es zeigt einerseits die durchaus unterschiedlichen künstlerischen Ansätze der Protagonisten. Andererseits wird aber auch die konzeptionelle Übereinstimmung deutlich, die nicht nur eine „Spass-Aktion“ zum Ziel hatte, sondern auch sehr konkrete Vorschläge für Aktionen und Projekte enthielt.

Unabhängigeres Olympisches Komitee

PRESSEINFORMATION

Sarée:München wird unzensierte Ereignisse bieten. Arbeistfeld ist die ganze Stadt.
Albrecht:In dieser Gesellschaft wird Alternative und Anti verwechselt.
Vostell:In diesem Jahrhundert sind die Unterdrückten, Verfolgten und Leidenden die Sieger. Ihre Handlungen und Verhaltensweisen sind denkwürdig. Ihnen gehören die Medaillen.
Albrecht:Unterdrücker und Unterdrückte sind im Sport vereint, bzw. bei solchen internationalen Wettkämpfen scheinen die Ursachen der Unterdrückung vergessen.
Vostell:Warum wird ein Mensch, der schnell laufen oder hochspringen kann in den Weltmassenmedien exemplarisch verherrlicht. Warum wird das Laufen eines Verfolgten nicht gleich hoch bewertet.
Sarée:Olympischer Wettkampf totalitärer Gesinnung, für geistige Kindergärten werden die Anlagen präpariert: Zitate aus den Anweisungen für die Künstler der Spielstraße: Die Spielstraße ist ein Arrangement von Ereignisfeldern, auf denen das olympische Geschehen kritisch und unterhaltend kommentiert werden soll. Es soll den Künstlern überlassen bleiben, wie er die von einer Jury täglich neu gestellten Themen verarbeitet. Bei allen Aktivitäten ist das zu erwartende Publikum zu berücksichtigen, das sich international zusammensetzt (Sprachprobleme beachten!) und sportinteressiert ist und deshalb nicht primär kunstorientiert, wie etwa ein Museumsbesucher der zur gleichen Zeit laufenden Dokumenta in Kassel. Da Kommunikationen und Verständlichkeit Ziel aller Aktivitäten auf der Spielstraße sind, müssen diese ihrem Inhalt und ihrer Form nach so angelegt sein, dass sie beim Publikum „ankommen“.
Vostell:Sportliche Auseinandersetzungen haben paramilitärischen Charakter. Es geht um Sieger und Besiegte. Projekt 1. Einen Film drehen von allen Erschöpfungsszenen, Nervenzusammenbrüchen und hysterischen Anfällen der Verlierer.
Albrecht:Als Aufgabe für Künstler zur Olympiade ergibt sich die Erweiterung der sportlichen Disziplinen um neue Sportarten (Linien im Sand ziehen etc. oder Hausfraueneinsatz).
Vostell:Als Künstler die Olympiade 72 garnieren oder dekorieren mit statischen Werken bedeutet ein Verrat an der Aufklärung und Bewusstseinsveränderung der Menschen, die der Künstler zu leisten hat.
Sarée:Freiheit im Klarsichtbeutel. Wir sollten das schleunigst beim Patentamt melden. Vielleicht lässt sich so noch der Export verhindern.
Albrecht:Für bescheiden denkende Künstler gibt es genügend Möglichkeiten innerhalb einer solchen Institution (Spielstraße und Kunst am Bau zur Olympiade) subversiv zu arbeiten. Nur ist es notwendig, dass sich dazu Künstler bereitfinden, oder dass andere Künstler mit der Fähigkeit zur Reflektion ihrer Situation zur Organisation herangezogen werden. Nicht zur Arbeit während der Olympiade, sondern zur Organisation dieses Teilbereichs.
Vostell:Projekt 2: statt für 5 Millionen Kunst am Bau zu realisieren sollte man für den Betrag den Grundstein für eine kritische Kunstuniversität München legen.
Albrecht:Mein Vorschlag für die Siegerehrung farbiger Sportler aus den USA: Sprecher verschiedener amerikanischer Organisationen, die sich für die Verbesserung der Situation Farbiger einsetzen, berichten aus dem Alltag dieser diskriminierten Minderheiten in den USA.
Vostell:Projekt 3: Jeder Spitzensportler dreht einen Film. Titel: „Was ich an Deutschland liebe.“

Es blieb aber nicht bei Konzepten und einer Pressekonferenz. Unter dem Motto „Jeder ist Olympionike und sollte geehrt werden“ führte Albrecht/d. in Stuttgart am Kleinen Schlossplatz „olympische Siegerehrungen“ durch. Die Aktion wurde von einem Kamerateam des Südwestfunks dokumentiert und in der Landesschau gesendet. Die Aufnahmen sind bis heute im SDR-Archiv verfügbar.

Albrecht/d. und Genesis P-Orridge

Um 1970 kam Albrecht/d. über Mail-Art-Netzwerke mit dem 1969 gegründeten COUM-Kollektiv in Kontakt, in dem auch Genesis P- Orridge und Cosey Fanni Tutti aktiv waren. Der Kontakt intensivierte sich im Laufe der Zeit. Bei reflection press erschienen Postkarte von COUM und P-Orridge und Albrecht/d. lud ihn 1975 zur Teilnahme an seiner Performance in Kiel („Spiellinie an der Kiellinie“) ein.

Als P-Orridge 1976 wegen mehrerer collagierter Postkarten zu über 300 Pfund Geldstrafe verurteilt wurde („sending indecent mail“), gehörte Albrecht/d. zu denjenigen, die . P-Orridge finanziell unterstützten, damit er die Strafe bezahlen und eine drohende Haftstrafe abwenden konnte.

1976 entstand aus COUM Transmissions Throbbing Gristle (TG). Im Sommer dieses Jahres wurden in der Martello Street in London mehrere Sessions von Throbbing Gristle zusammen mit Albrecht/d. live aufgenommen, die auf reflection press erschienen.

Die Mitschnitte datieren vom 23.07.1976 und 30.07.1976. Sie erschienen auf Musikkassette sowohl einzeln als auch als 3 MC-Set unter dem Titel „Music From The Death Factory“. Die dritte Kassette enthielt Aufnahmen von TG ohne Albrecht/d. vom 12. Und 18.06.1976.

Diese Kassetten waren die ersten Veröffentlichungen von TG in Deutschland. In England war lediglich ein Tape von TG früher veröffentlicht worden („July 6, 1976, Live at Air Gallery, Winchester“, dies war die erste öffentliche TG-Performance überhaupt gewesen).

Obwohl es zu keiner weiteren musikalischen Zusammenarbeit mehr zwischen Albrecht/d. und TG kam, blieb eine freundschaftliche Basis und ein Briefkontakt bis in die 1990er Jahre erhalten, auch über die Auflösung von TG hinaus.

Zu den verbindenden Themen gehörten die Stellung von Sex und Gewalt in der Gesellschaft und ihre Kommerzialisierung, bzw. ihre Instrumentalisierung im Interesse von Macht. Insbesondere mit Genesis P-Orridge verband Albrecht/d. das Verständnis des Menschen als polysexuelles Wesen. Die künstlerische Auseinandersetzung damit zeigt sich in Albrecht/d.s Werk eher abstrakt in der Form von Identifikationen z.B. mit Sexarbeiterinnen, in Collagen und Mehrfachkopien, in denen er sein Gesicht oder Teile seines Körpers mit Abbildungen von Frauen, oft aus pornografischen Abbildungen, verband. Genesis P-Orridge ging ab 2000 mit seiner zweiten Ehefrau Jaqueline Breyer einen anderen, radikaleren Weg: Durch Implantate und kosmetische Operationen wollten sie gemeinsam eine pandrogyne Geschlechtsidentität schaffen, die Männlichkeit und Weiblichkeit in einem Körper vereinte, während die beiden zugleich eine möglichst große äußerliche Ähnlichkeit anstrebten.

Wann und warum es zum Bruch zwischen Albrecht/d. und P-Orridge kam, ist aus dem Nachlass Albrecht/d.s nicht ersichtlich. Überliefert ist ein Briefentwurf von 2006, in dem Albrecht/d. ein Zusammentreffen beschreibt, bei dem P-Orridge jegliche Kommunikation mit ihm verweigerte, was ihn sehr hart traf. In dem Schreiben bietet er eine Aussprache an, die aber offenbar nicht mehr stattfand.

Die gemeinsamen Aufnahmen von Albrecht/d. und TG sind auf YouTube verfügbar. Es handelt sich um die Digitalisierung der auf reflection press erschienen Musik-Kassetten.  Sowohl das Management von Genesis P-Orridge als auch von Cosey Fanni Tutti haben  gegen die unentgeltliche Verbreitung der Aufnahmen keine Einwände. Eine reguläre Wiederveröffentlichung der Tondokumente lehnten beide Manager jedoch zuletzt 2014 auf Anfrage ab.

Genesis P-Orridge starb am 14.03.2020.

Zum Weiterlesen: Albrecht/d. – eine höhere Form des Sehens, über Albrecht/d. und seine Bezüge zu William S. Burroughs, TG und Industrial.

Albrecht/d. fotografiert das KZ Ellrich

 

Albrecht/d. stammte aus Ellrich. Dort hatte sein Vater eine Gärtnerei. Amtlichen Unterlagen zufolge kam dieser 12 Stunden vor Kriegsende ums Leben. Albrecht/d. wuchs fortan bei den Großeltern auf. Unweit von Ellrich verlief die Zonengrenze, Ellrich selbst lag in der sowjetischen Zone. Die in dem Ort liegende stillgelegte Gipsfabrik Juliushütte war im April 1944 beschlagnahmt worden, um ein Lager für Arbeiter des Bauprojekts Mittelwerk im Kohnstein zu schaffen. Die ersten Häftlinge trafen bereits im Mai 1944 in Ellrich ein.

Das Lager Ellrich wuchs schnell zum größten Außenlager des KZ Mittelbau heran. Seitens der Lager-SS wurde es zunächst unter dem Tarnnamen „Erich“ geführt, ab Juni 1944 als „Mittelbau II“.

Durchschnittlich waren 8.000 KZ-Häftlinge, vor allem aus Russland, Polen und Frankreich in dem Lager untergebracht, die im KZ Mittelbau täglich 13 Stunden arbeiten mussten. Von den insgesamt 12.000 Häftlingen, die das Lager durchlaufen haben, kamen rund 4000 ums Leben. Neben Dora gilt Ellrich als der größte französische Friedhof außerhalb Frankreichs.

Dass Ellrich in Deutschland trotz allem praktisch unbekannt ist, liegt an der Geschichte des Ortes nach 1945. Das KZ-Gelände lag teils auf dem Gebiet der DDR und teils auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Die DDR-Machthaber beseitigten auch auf dem ehemaligen KZ-Areal alles, was die Errichtung der Grenzbefestigungen behinderte, und zerstörten so 1952 wesentliche Teile des ehemaligen KZ-Außenlagers. Die auf westdeutscher Seite liegenden Teile waren nun unmittelbares Grenzland am Todesstreifen und wurden sich selbst überlassen und in den 1960er Jahren weitgehend beseitigt. So wurde das Krematorium 1964 gesprengt, und das Lagergelände eingeebnet.

Erst nach dem Mauerfall begann eine allmähliche Aufarbeitung der Geschichte des KZ-Außenlagers Ellrich-Juliushütte, wie es offiziell hieß. 1993 wurde das Lagergelände zum Gedenkort. Erst 2019 wurden in Ellrich Massengräber entdeckt, nach denen lange Zeit gesucht worden war.

In den 1990er Jahren besuchte Albrecht/d., der nach dem Schulabschluss 1958 in die Bundesrepublik übergesiedelt war, den Ort seiner Kindheit und fotografierte den damaligen Zustand der Reste des Außenlagers. Die Fotos zeigen die noch erhaltenen Reste der Baracken, in denen die Häftlinge untergebracht waren. Die Aufnahmen sind im Nachlass erhalten.

 

Happening in Zuffenhausen 1966-68

 

1966-68 schrieb das Jugendhaus Stuttgart-Zuffenhausen, das heutige Haus 11, Kunstgeschichte. Ohne es zu wissen, und wahrscheinlich ohne es bis heute realisiert zu haben. Es blieb ja für Zuffenhausen auch folgenlos, und das bisschen Aufregung in der Presse legte sich schnell. Es dürfte aber eventuell im Archiv der Stuttgarter Zeitung noch immer zu finden sein, falls sie das Archiv der Stuttgarter Rundschau komplett übernommen hat.

1965 begann Albrecht/d. mit der Konzeption von Happenings. Auf der Suche nach Räumen für die Realisierung stieß er auf den Jugendhausverein Zuffenhausen e.V. Dieser ermöglichte Albrecht/d. nach 6 Monaten Vorgesprächen, Konzeption und Vorbereitung erstmals am 01.Juli 1966 die Aufführung eines Happenings.

Entsprechend der Konzeption sollten die Teilnehmer anfangs auf dem Boden liegen, während Klavierspiel beginnt. Die Teilnehmer waren gebeten worden, Musikinstrumente mitzubringen, die sie nun nacheinander 5 Minuten lang spielen sollten. Der tatsächliche Ablauf war offenbar weniger geordnet. Nach einem Bericht der Stuttgarter Rundschau beschäftigten sich die Teilnehmer zunächst mit Farben und zertrümmerten ein Fernsehgerät, bevor sie sich mit einem nicht mehr fahrtüchtigen Moped über das Gelände bewegten. Es war nicht das einzige Happening in der Bartensteiner Straße. Im Dezember 1967 führte Albrecht/d. dort „Handlung ohne Geschehen, Geschehen ohne Handlung auf“, und im September 1968 war dort sein „r raum wie reflection“ aufgebaut, der bereits klar der politischen und agitatorischen Kunst zuzurechnen war. Am 12.06.1968 hatte Albrecht/d. im Jugendhaus einen Vortrag über „Subkultur“ gehalten.

Die Resonanz auf die Happenings in der Zeitung war vor allem verständnislos und herablassend. Getreu dem Motto „so ebbes brauched mir hier ned“ wurde das Tun Albrecht/d.s und der meist jugendlichen Happening-Teilnehmer als irrelevante Selbstinszenierung eines Wichtigtuers abgetan. Diese Auffassung war in Stuttgart weitgehend Konsens. Das lag auch daran, dass Albrecht/d. in Stuttgart praktisch alleine agierte, und die aufkommenden Fluxus-Bewegung hier keine exponierten Vertreter fand.

Zwar arbeitete Albrecht/d. mit vielen Vertetern der Bewegung zusammen, wie etwa mit George Maciunas, Bazon Brock, Wolf Vostell, Dick Higgins, Ben Vautier, Robert Filliou, Joseph Beuys, Nam June Paik und Charlotte Moorman, doch konnte er in Stuttgart als alleiniger Vertreter nicht die Öffentlichkeit herstellen, die Fluxus in anderen Städten, wie etwa Düsseldorf, Köln und Wiesbaden, zu dieser Zeit erfuhr.

Während die öffentliche und mediale Akzeptanz von Fluxus in Stuttgart weitgehend ausblieb, fand sich in dem Markgröninger Zahnarzt Hans Sohm ein begeisterter Sammler von Dokumenten, Publikationen und anderen Zeugnissen zum Thema. Am systematischen Ausbau seiner Sammlung zum heutigen „Archiv Sohm“ hatte Albrecht/d. einen maßgeblichen Anteil. Das Archiv Sohm wird seit 1981 von der Staatsgalerie Stuttgart betreut.

Finissage in Backnang 09.12.2018

Mit einer Performance des mußikant 3000 endete am 09.12.2018 die Ausstellung

Albrecht/d.

Grafik, Antigrafik, endless energy – Funde und Wiederentdeckungen aus dem Nachlass

im Helferhaus in Backnang.

Der mußikant und Albrecht/d. traten mehrmals gemeinsam auf. Albrecht/d. hatte immer wieder auch die Verbindung seiner Ansätze zur elektronischen Musik gesucht, wie etwa mit Marie Kawazu 1982. So stand die Kooperation mit dem mußikant in einer langjährigen Tradition.

Aus dieser Kooperation entstanden die Grundgedanken für das Konzept mußikant 3000, das sich vom Repertoire des mußikanten abhebt und stärker atmosphärische und improvisatorische Elemente verwendet.

Link zu einem Video vom Auftritt zur Finissage von mußikant 3000

Ausstellung in Backnang, Helferhaus 11.11. – 09.12. 2018

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Albrecht/d.

Grafik, Antigrafik, endless energy – Funde und Wiederentdeckungen aus dem Nachlass

Backnang, Helferhaus, 11. 11. – 9. 12. 2018
Petrus-Jakobi-Weg 5

Link zu einem Video vom Auftritt zur Finissage von mußikant 3000

Vernissage: 11. 11. um 11:30 Uhr

Performance:
S.A.C. modellers club
„Modell-Untersuchungen zu A/d
> endless-EXEGESE< 2018“

Einführung und kurze Buchvorstellung des Buches „Zum Berühmtsein eigentlich keine Zeit“: Norbert Prothmann, Peter Haury

Die Ausstellung im Helferhaus zeigt neben wichtigen Hauptwerken, die im Nachlass wieder auftauchten, einen Schwerpunkt der grafischen Arbeiten, namentlich seine „visualisierte Musik“, sowie seine Copy-Art, die er zu einem ganz eigenen und eigenwilligen Stil entwickelte.

Besichtigung bis 9. 12. Di-Fr 17-19 Uhr, Sa & So 14-19 Uhr

Zur Finissage am 9. 12. um 11:30 Uhr spielt mußikant 3000.

1978: Postkarten in der Staatsgalerie

Postkarten nehmen im Werk Albrecht/d.s einen prominenten Platz ein. Er nutzte das Format sein gesamtes Leben lang und schuf wohl eine vierstellige Zahl von individuellen Postkarten, die collagiert, de-collagiert, bemalt, bestempelt, beklebt, beschriftet waren, oft waren es Mischtechniken.

Dabei hob er die formale Beschränkung der Karten immer wieder auf. So ließ er Fotografien von wandfüllenden Ensembles auf Postkarten drucken, bei denen sich die Fülle der Details dem Betrachter zwangsläufig entzog. Andererseits brachte er Ausschnitte aus extremen Vergößerungen auf Postkarten, so dass vom Originalmotiv letztlich nur noch Rasterpunkte erkennbar waren die auf der Postkarte als neues, abstraktes Motiv wirkten, das dann mitunter weiterbearbeitet wurden. Er kombinierte so sogar zu Postkarten-Ensembles.

Ansichtskarten übermalte und collagierte er, mitunter wurden sie mit alltäglichen Dingen verfremdet. Viele solcher Karten verschickte er per Post. Hunderte aber behielt er in seinem Besitz, viele wurden im Rahmen von Ausstellungen gezeigt

Albrecht/d. verlegte Postkarten und nutzte sie als Handzettel und Einladungen für Ausstellungen und Events.

Vor 40 Jahren, vom 03. Juni bis 30. August 1978, stellte er eine Auswahl von Postkarten im Café der Staatsgalerie aus.

Vortrag über das Buch in Bremen

Auf Einladung des Zentrums für Künstlerpublikationen am Museum Weserburg in Bremen wird Peter Haury dort am Mittwoch, den 21. Februar 2018 um 18 Uhr anhand von Fotos aus der Ausstellung zur Buchpräsentation in der Oberwelt im Juni letzten Jahres und mit Bildern von neuen Funden aus dem Nachlass das Buch über Albrecht/d. „Zum Berühmtsein eigentlich keine Zeit“ vorstellen.

 

Am gleichen Tag um 19 Uhr findet die DJ Lecture „Gegen Alles“ im Rahmen der Ausstellung „Kessel unter Druck“ im Stadtarchiv Stuttgart statt. In der Ausstellung sind auch mehrere Arbeiten von Albrecht/d. zu sehen, darunter Original-Badges aus seiner Produktion. Seine Aktivitäten in der lokalen Punk-Szene werden in der Veranstaltung ebenfalls angesprochen.

Das Buch „Zum Berühmtsein eigentlich keine Zeit“ ist bei beiden Veranstaltungen an diesem Abend erhältlich.

04.02.2018: Albrecht/d. im Radio

Wann: 04.02.2018, 15- 16 Uhr
Wo: Freies Radio Stuttgart, Antenne 99,2 MHz, Kabel 102,1 MHz
Link zur Sendung zum Nachhören

Vor 45 Jahren fand im Kunstverein Hannover die Ausstellung „Kunst im politischen Kampf“ statt (31. März bis 13. Mai 1973). Gezeigt wurden Arbeiten von Albrecht D, Joseph Beuys, KP Brehmer; Hans Haacke, Dieter Hacker, Siegfried Neuenhausen, Klaus Staeck, Wolf Vostell. Zur Ausstellung gab es ein Symposium. Dazu wurden den teilnehmenden Künstlern fünf Fragen gestellt. Auf Frage 2; „Wen möchten Sie in der Zukunft erreichen?“ antwortete Albrecht/d.: „Breitere Schichten der Bevölkerung, die fast nur über das Medium Fernsehen erreicht werden.“

Die Möglichkeit, das Fernsehen für seine Arbeit zu nutzen, blieb ihm weitgehend verwehrt. 1978 bestellte Radio Bremen aber bei ihm eine Komposition für die Reihe Pro Musica Nova.

Dem Schaffen Albrecht/d.s, der seit 1958 in Stuttgart lebte, widmet das Freie Radio Stuttgart am kommenden Sonntag, den 04.02. eine Sendung von 15 – 16 Uhr.

Im Studio werden sein: Peter Haury, Ralf Siemers, Der Mußikant und Norbert Prothmann.

Neben Hörbeispielen seines musikalischen Schaffens werden die Studiogäste auch einen Überblick über das Werk Albrecht/d.s insgesamt vermitteln. Alle Studiogäste hatten Albrecht/d. gekannt und mit ihm auf unterschiedliche Weise zusammengearbeitet. Peter Haury ist Herausgeber des Buchs „Zum Berühmtsein keine Zeit“, für das Norbert Prothmann als Hauptautor verantwortlich zeichnete. Ralf Siemers und Der Mußikant haben immer wieder unter anderem auf musikalischer Ebene mit Albrecht/d. kooperiert.